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Unser Verein ist Mitglied der Domowina

 

Seit 2013 sind wir Mitglied im Mitteldeutschen Heimat- und Trachtenverband

Höhepunkte zurückliegender Auftritte 2008:


Landestrachtenfest in Lüchow/Wendland vom 22. bis 24.08.2008

von Gabriela Linack

  Als wir am Freitag, dem 22.08.08 nachmittags in den Bus stiegen und zu unserem nächsten Auftritt nach Lüchow (Niedersachsen) fuhren, war unserer Tanzlehrerin Helga ein wenig mulmig ums Herz. Denn unter ihnen waren auch unsere neuen Paare und sie mussten dort alle drei Auftritte zu einhundert Prozent mittanzen. Wir wollten dort ja nicht nur die einfachen Tänze, sondern wie von uns gewohnt, ein anspruchsvolles Programm zeigen. Hoch zu bewerten ist auch das Engagement von Jörg Forche, der am Freitag arbeitsbedingt nicht frei bekommen hat und deshalb mit seiner Freundin Isabell Petko (Foto) erst am nächsten Tag mit dem eigenen PKW angereist ist. Ausgerechnet an diesem Augustwochenende war gerade hier in Sachsen Schuleingang, deshalb hatten einige von den anderen Tanzpaaren anderweitige Verpflichtungen, andere wiederum konnten aus Krankheitsgründen nicht teilnehmen. Absagen wollten wir aber auch nicht, schließlich wurde die Zeißiger Tanzgruppe von der Domowina Bautzen zur Teilnahme am Trachtenfest delegiert.

Je näher wir dem romantischen Fachwerkstädtchen kamen, um so mehr erinnerte uns die Region an unsere Heimat. Auch das Wendland ist eine Heide- und Waldlandschaft. Es gibt noch eine weitere Gemeinsamkeit. Auch die Nachkommen der Wendländer gehören genau wie wir Sorben zu jenen elbslawischen Stämmen, die ab dem 6. Jahrhundert in das Gebiet zwischen Oder und Elbe/Saale einwanderten (Lüchow liegt im südlichen Teil des Landkreises Lüchow-Dannenberg).
Fast 40 Tanz- und Trachtengruppen aus allen Teilen Niedersachsens und ihren ausländischen Partnerstädten haben die Stadt Lüchow am 23. und 24. August 2008 in ein buntes Farbenmeer verwandelt. Denn an diesen Tagen organisierte der Landestrachtenverband Niedersachsen aus Anlass der 850-Jahrfeier der Stadt ein Trachtenfest. Geboten wurde ein buntes Programm aus Musik, Tanz, Trachten und Volksbräuchen auf zwei Bühnen der Stadt. Und wir Zeißiger mittendrin. Faszinierend die Vielfältigkeit des Brauchtums, aus den beteiligten Regionen, wie die überlieferten Tänze, die wertvollen liebevoll gepflegten alten Trachten, Volkslieder, Sitten
und die Heimatsprache, besonders der plattdeutsche Dialekt.

Samstag Mittag empfing uns dort Herr Dr. Karl Kowalewski, ein Freund der Sorben. Schon viele Jahre hat er engen Kontakt zur Domowina in Bautzen, insbesondere mit Herrn Sroka. Er freute sich besonders wieder eine sorbische Gruppe zu sehen. In seiner Begrüßungsansprache hob er bewundernd hervor, dass wir Sorben in der Lausitz, über Jahrhunderte hinweg als das kleinste slawische Volk, seine nationalen Eigenheiten bis heute bewahrt haben. Er weiß, dass das nur dem Überlebenswillen unseres kleinen Volkes zu verdanken ist, dass die Lausitz heute noch zweisprachig ist und Leben und Kultur hier reicher sind, als anders wo.
Gleich zwei Auftritte hatten wir am Samstag vor uns, um 14.00 und 18.00 Uhr. An unserer Bühne "Am Amtsturm" hatten wir direkten Kontakt zum Publikum. Unsere temperamentvollen Tänze sind auch gut angekommen und unsere neuen Tanzpaare haben ihre ersten öffentlichen Auftritte mit Bravour gemeistert. Wir alle sind stolz auf sie.

Wir staunten nicht schlecht, als nach unserem Programm eine Tanzgruppe auftrat, deren Gesichter uns bekannt vorkamen. Richtig, das war die Wendländische VTG, die im vorigen Jahr bei uns in Zeißig zu Gast war. Natürlich haben wir uns spontan zu einem gemeinsamen Abend verabredet. Beim gemütlichen Beisammensein wurde Erinnerungen wach und gleich neue Kontakte geknüpft.

Der Sonntag begann für einige von uns mit einem musikalisch geprägten Gottesdienst unter Mitwirkung des Männerchores Hann. Wendland in der hiesigen St.-Johannis-Kirche. (Wieder so ein Zufall, auch wir haben in Hoyerswerda die Johanneskirche.) Die vollbesetzte Kirche mit Trachtenträgern aus allen Gruppen bot ein fantastisches Bild. In seiner Predigt ging der Pfarrer auch auf die Trachten ein. Er sagte, dass man an den verschiedenen Trachten vieles ablesen könne, weil die Trachten je nach Anlass und Stimmung ausgewählt werden.

Nach dem Gottesdienst hatte ich die Gelegenheit, mit dem Pfarrer zu sprechen. Er hatte am Samstag den Auftritt der Zeißiger gesehen. Es überraschte und freute mich sehr, dass er gerade unseren Auftritt und die darin enthaltene Trachtenvorstellung zum Anlass für seine Predigt genommen hatte.

Unseren letzten Auftritt hatten wir um 13.15 Uhr. Sichtlich erleichtert und glücklich, dass alles gut geklappt hat, traten wir gegen 14.30 Uhr die Heimreise an.


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